Mittwoch, 15. Februar 2012

Sonntag

Heute wechsle ich das HOtel und habe am Vorabend ein Zimmer dort reserviert. Ich hab es durch Jens gefunden, der derzeit auch hier wohnt, aber uebermorgen wieder umzieht. Muss noch Geld tauschen und der, der mir den Schalter zeigt. meint, heute Holy Sunday: ja das sehe ich, direkt davor wird mit dem Presslufthammer gearbeitet.
Hotel eingecheckt, dann zu Fuss in die Altstadt, heute ist hier schwer was los, viele indische Familien scheinen den Tag zu nutzen, um einzukaufen. Ich erlebe auch viele sehr nette Momente und kaufe z.B. bei einem jungen Typen ein Notizbuch, die er selber herstellt. Der ganze Laden ist voll von Buechern in allen Groessen und Variationen, Registerbuecher, Schulschreibhefte und wunderschoene "Tagebuecher". Ich kann mich gar nicht sattsehen und er macht diese schoenen Sachen alle vor Ort selbst. Er zeigt mir die riesige SChneidemaschine und ich bin wirklich sehr beeindruckt.
Es wird voller und voller. Ich besichtige den Palast der Winde und fuehle mich sehr wohl. Es gibt hier einen Audioguide mit interessanten Informationen. Wie immer sind auch hier die Inder in der Mehrzahl. Die Frauen sind einfach wunderschoen anzusehen in ihren bunten Saris.
Abends treffe ich wieder Jens und wir essen im Hotel, es darf aber hier nur Alkohol auf dem Zimmer genossen werden und wie kaufen noch 2 Bier und trinken sie bei mir.

Montag, 13. Februar 2012

Samstag

So, heut lass ich es aber mal richtig gemuetlich angehen. Hier ist immer zwischen 10 und 11 STromausfall, also esse ich zum Kaffee kein Sandwich sondern einen Fruchtsalat, der aber nicht so gut ist, wie in Thailand.

Dann will ich in die Altstadt und gebe (vermeintlich) das entsprechende Gate ins GPS ein. Fahre und fahre und kommt mir schon komisch vor....ah da ist es ja. Ich rein, kommt als erstes mal eine Verbrennungsstelle (fuer Menschen wohlgemerkt) und das Feuer wird gerade angeheizt. Es sitzen etliche Maenner drumherum und ich mache, dass ich wegkomme. Dann weiter zu einem naechsten Tor, sieht schon etwas belebter aus, aber alles sehr muslimisch gepraegt. Kleine Gassen, vor jedem Haus ist eine Ziege angebunden, Schweine laufen durch die Gegend, auf einem Platz stehen Kamele und Kuehe. Ich schiebe so durch, kommen etliche Kinder an und wie eine Prozession ziehen wir durch die Gassen. Irgendwann werden sie aber richtig zudringlich und ich muss mal deutlich werden.

Ich versuche mehr ins Zentrum zu kommen und fahre durch eine Gasse, wo ich erst mal was zu esssen kaufe, gefuellte Teigtaschen mit GEmuese, wird auf Zeitungspapier serviert mit 3 Sossen und ich schaffe es tatsaechlich, mich nicht einzusauen. Diese Dinger liebe ich, sie heissen Samosas.

Da ich hier im Armreifenparadies bin, gehe ich dann endlich auch mal in so ein Laedchen rein. Von unten bis oben gibt es hier Armreifen in allen Farben und MUstern. Leider oder vielleicht besser Gott sei Dank passen die wenigsten, denn ich brauch immer "bigger size". Die sind ganz duenn und werden von den Frauen im Massenpack passend zu den Saris gekauft. Meine Auswahl gibts auch erst ab 12 und als von jeder Farbe nur 6 will, geht das erst mal nicht. WAhrscheinlich schaue ich so traurig, dass er sich schliesslich ein Herz fasst und dieses unmoegliche Anliegen moeglich macht.

Und dann gehts mit 180 in die Tourifalle. Kommt ein Typ mit dem Auto und da ich anhalten muss, Scheibe runter und das uebliche. Ob ich Lust habe, mit ihm einen Tee zu trinken, ja klar, die Ute hat ja heute nichts mehr vor. Wir gehen zu einem "Teeladen" der sich aus  ein paar Hockern, einem alten Mann und einem Teepott zusammen setzt. Unterhaltung, blablabla, ich denk noch, der wird mir doch keine K.O Tropfen reintun und ich beobachte den alten Mann sehr genau. Dann fragt er wo ich wohne und bietet mir an, dass er mir 2 Privatzimmer zeigt, die sein Onkel vermietet, es sei ein total schoener Garten, heisses WAsser, eigenes Bad und ich wuerde mich wie in einer Familie bzw. wie zu Hause fuehlen. Ach denke ich, warum nicht, kannst Du ja mal anschauen. Also hin und als erstes steige ich mal durch Berge von Geruempel. Dann der Garten, denn man nicht wirklich so bezeichnen kann (eine trocken Wiese, ein paar verstaubte Pflanzen) und dann das Zimmer: das ist ja noch soweit in Ordnung, aber das Bad, nenenenenene, das geht gar nicht. Ich rede mich ein bisschen raus und will ihn abends anrufen, ob ich komme oder nicht, er hat aber noch eine Schwester und die arbeitet in einer Kooperative, wo ganz viel Geld zu den Armen weitergeleitet wird und was weiss ich. Es sei ganz in der Naehe. Also gut, noch dieser Shop und dann will ich alleine weiter. Der faehrt und faehrt und faehrt und ich immer mit dem Fahrrad hinterher. Nach ca. 50 Ecken sind wir da und er kassiert erstmal einen Anpfiff.

Hier wird mir gezeigt, wie Tuecher in Blockdrucktechnik hergestellt werden und wie mit Kamelwolle ein Teppeich geknuepft wird. Und versuchen darf ich das auch mal, ach das ist ja wirklich lustig. Dann der Verkauf. Mir ist ja mittlerweile schon alles klar, aber trotzdem lasse ich mir den halben Laden zeigen und es sind wirklich viele schoene Sachen dabei. Dann entscheide ich mich fuer 2 Teile und bezahle wahrscheinlich das 10 fache wie sonst. Aber letzlich ist es nicht so viel Geld und die Sachen sind es mir wert.

Obwohl ich soviel darueber gelesen habe, ist es mir nun doch passiert, aber was solls, nur als er dann noch meinte, er brauechte noch ein bisschen Benzin, da hab ich ihm gesagt, er soll zusehen, dass er Land gewinnt.

Ansonsten bin ich noch auf einen Turm gestiegen, und oben hat man eine gute Uebersicht ueber die Stadt.

Ich bummele weiter und stehe ploetzlich vor dem beruehmten Palast der Winde. Da ich schon so viele Fotos davon gesehen habe, gibt es nicht wirklich ein AHA Erlebnis. Auch hier versucht natuerlich jeder sein GEschaeft zu machen und die Haendler machen sich z.T. gegenseitig madig. Aber ich bin fuer heute geheilt.

Abends treffe ich mich mit Jens und wir gehen in ein superschoenes Dachrestaurant ueber einem Hotel, in dem ich auch wohnen wollte, welches aber voll ist. DAs Essen ist hervorragend und a gscheits Bier gibts a.....
Tagsueber ist es schon sehr schoen warm nur nachts wird es leider noch eiskalt und so langsam aber sicher fange ich mir ein bisschen eine Erkaeltung ein.

Fortsetzung Freitag

Liebe Leserinnen und Leser, man koentte hier ueber viele Dinge ein ganzes Buch verfassen, aber das erspar ich euch. Der Zug war jedenfalls puenktlich sowohl bei Abfahrt als auch bei der Ankunft. Nachdem ich mich versichert hatte, dass mein Rad auch tatsaechlich im Zug ist (es steht ganz oben auf vielen in Saecke eingenaehten KIsten) nehme ich Platz und es wird voller und voller. In den ersten WAgons standen schon Schlangen und ein junger Mann erklaert mir, dass sich da die Passagiere anstellen, die keinen Platz haben. Na gut, dass ich da nicht auch noch drum kaempfen muss.
Zwischendurch kommen immer leckere Sachen zu essen vorbei und auch ziemlich bescheuertes Spielzeug wird verkauft. Gegenueber sitzen 2 Maedels aus Polen, die schon reichlich Indienerfahrung haben und wir tauschen uns aus. Spaeter kommen an jeder Haltestelle noch Leute rein und die finden auf unserer 3er Bank doch echt noch mindestens 2 weitere Plaetze. Ich sitze am Fenster und vor mir ist ein Tischchen runtergeklappt, welches natuerlich nicht hochzuklappen geht.Ist also echt sch....eng. Ich ziehe wenigstens mal die Schuhe aus, um die Beine auch mal anders bewegen zu koennen. Irgendwann hab ich die Beine aber unten und hab so das Gefuehl, dass mir was ueber die Fuesse gelaufen ist. Ich versuche noch, mir einzureden, dass irgendein Teil der Maedels runtergefallen ist, als das aber noch mal passiert, gibts keine Ausreden mehr. Aber ich kann die Beine auch nicht dauernd oben lassen und die Schuhe ziehe ich schnell wieder an.

Neben mir sitzr auch ein Inder und ich hab ihn hoechstens einmal richtig angeschaut, seitdem glotzt er dauernd und kriegt so einen komischen Blick.....na also Freund, nicht mit mir.

Irgendwann ist die Fahrt durch recht eintoenige Landschaft zu Ende und auf dem Bahnsteig ist die Hoelle los. Ich mit meinem GEpaeck vor zum GEpaeckwagen und da wird auch gerade mein Fahrrad ausgeladen. Ich stelle den Lenker richtig  und will grad das Gepaeck aufladen, da wird es mir wieder weggenommen und ein Typ winkt mich, mitzugehen. Das Fahrrad wird in die andere Richtung getragen. Es geht die Treppe hoch, Uebergang, Treppe runter und dann gefuehlte 5 km den Bahnsteig lang, ohne dass der Typ mal auf die Idee kommt, mir eine Tasche abzunehmen. Meine Arme reichen fast bis zum Boden und ich verfluche alles und jeden. Schliesslich ist es mittlerweile schon 9 p.m.Und tatsaechlich kommen wir dann beim entsprechenden {Parcel Office an. Nicht zu glauben. Es ist stockfinstere Nacht und nachdem alle Papiere ausfuehrlich geprueft sind, kanns endlich weiter gehen. Mit einem Zuschauer sattle ich dann auf und suche mein HOtel. Auf dem Plan im Reisefuehrer sieht es aus, als ginge es nur die Strasse runter und dann kurz rechts, haha, das haettste wohl gerne. Schliesslich sind wir hier in einer 3 mio STadt und das gehts erstmal gut zu. Mein GPS kennt das HOtel natuerlich nicht, also kurzum, ich kreise ca. 1 std. durch die Gegend und frage mindestens 10 mal nach dem Hotel und nicht mal die Typen an der Bude fast gegenueber kennen es. Ich bin voellig entnervt und als ich dann endlich in einer dunklen Seitengasse ein schwach beleuchtetes Schild sehe, ist es das tatsaechlich. Wer haette das gedacht.

Gerade abgeladen, kommt Jens um die Ecke, den ich hier in der Stadt treffen wollte. Kurze Begruessung und als er mich fragt, ob  er mir mal was zu trinken besorgen kann, teil ich ihm meinen Traum mit: EIN GROSSES BIER oder halt 2 kleine. Ich schmeisse nur meine Sachen ins Zimmer und wir trinken erst mal einen grossen Schluck . Ach wie wunderbar..............Wir quatschen noch eine ganze Weile und dann begebe ich mich zur verdienten Nachtruhe.

Freitag, 10. Februar 2012

Kleine Geschichten

Da ich noch reichlich Zeit habe, bis mein Zug um 15:20 geht, noch ein paar kleine Geschichten, die ich so erlebt habe und die so einen Trip erst interessant machen:


Mittwoch: ich fahre, gehe, schiebe durch dieses riesige quirlige Geschaeftsviertel und sehe ploetzlich in einer abbiegenden Seitengasse, dass dies hier die Fotostrasse ist. Wie so oft in Asien sind die Waren, die jeweils verkauft werden immer im Block, das hat viele Vorteile, denn man muss nicht von einem Stadtende zum anderen fahren, wenn man was bestimmtes sucht. Also versuche ich, noch einen Ersatzakku zu bekommen. Klappt auch auf Anhieb, ist ein Originalteil und kostet weit weniger als zu Hause. Beim Bezahlen merke ich, dass ich gar nicht mehr genuegend Rupies habe und frage wo man hier Geld tauschen kann. Die Banken sind nicht immer gleich als solche zu erkennen, denn von aussen sehen sie genauso aus wie jede andere Schimmelbude. Der Typ meint gleich, ich koennte hier tauschen, huuuuuuuu da wird ja immer schwer vor Schwarztausch gewarnt und ich frage ihn wieviel er mir gibt, ich will 50 Euro tauschen. Der Kurs ist o.k. und er nimmt den Schein erst mal mit, mein skeptisches Gesicht bemerkt er gleich und versichert : no problem und ich denke noch, na gut bist ja selbst schuld, wenn die dich jetzt verarschen. Aber nein, kurze Zeit spaeter kommt er mit dem korrekten Betrag in Rupies zurueck, hab ich mir doch gleich gedacht .....:-))

NO PARKING: da kennt der Inder ja nichts, wenn da steht no parking, dann darf ich auch nicht mein Rad anschliessen, auch wenn schon ein Moped da steht. Also muss ich erst den passenden Eingang zum Park finden, an dem ich mein Radl anbinden kann. Auf den grossen Parkplatz will ich es aber auch nicht stellen, das ist mir zu weit weg. Also schliesse ich es neben einem kleinen Getraenkestand an und sofort kommt der Boss und bittet mich instaendig, es unbedingt hinter seinen Wagen anzuschliessen und der Helm kommt in ein Fach unter dem Wagen. Sehr nett. Als ich zurueck komme, kaufe ich einen frisch gepressten Orangensaft bei ihm, der superlecker schmeckt. Wir machen noch ein paar Fotos wie immer und als ich gerade los will, kommt ein Elefant daher. Also wieder Foto raus. Der Elefant hat einen riesigen Bueschel Gruenzeug quer auf dem Ruecken, der fast die ganze Strassenbreite einnimmt. Ich kann mich gar nicht satt sehen und er ist so trainiert, dass er Muenzen mit dem Ruessel aufnimmt und seinem Fuehrer nach oben zuwirft. Klappt sehr gut. Ich muss ihn natuerlich auch anfassen, das bringt schliesslich Glueck......

Ein aehnliches Erlebnis habe ich am Alten Fort, dass ich gestern noch besucht habe.  NO Parking und das Rad muss auf einen "bewachten" Platz. Als ich zurueck komme, ist meine Wasserflasche nicht mehr da, ist mir schon mal passiert, sehe ich ja auch voellig entspannt, aber ich tue erst mal empoert und grinse in mich rein. Soviel zur Bewachung.

Gestern morgen beim Fruehstueck kommt die Dame von der Rezeption an meinen Tisch und hat das Handy in der Hand und meint, ihr Boss will mich sprechen. Ich so .......hae? Und denke, ach vielleicht haben sie mein Handy gefunden. Wenn ich ihn richtig verstanden habe, hat er mir einen " exotic tea" angeboten. Also ich weiss ja nicht, die Verbindung und das Englisch der Inder ist nicht so leicht zu verstehen, jedenfalls beteuere ich, dass alles in bester Ordnung sein.

Heute in Jaipur oder morgen werde ich einen Deutschen treffen, der auch mit dem Rad unterwegs war, jetzt aber ohne ist, weil es wohl den Geist aufgegeben hat. Aber mal wieder ein bisschen quatschen und austauschen, ist auf jeden Fall ganz nett. Hotel hab ich per Handy selbst buchen koennen, war aber nicht ganz einfach, anscheinend ist Wochenende und einiges ausgebucht. Da ich aber erst rel. spaet und im Dunkeln ankomme, ist es mir recht, wenn ich gleich weiss wo ich hin muss.

Donnerstag, 9. Februar 2012

Die Bahn

Scheint hier ein aehnliches Thema zu sein, wie daheim. Nachdem ich mich wohl etwas spaet entschlossen habe, erst mal mit dem Zug weiterzufahren, will ich hier im Hotel ein Ticket nach Jaipur buchen. Die Bahn ist aber ein aeusserst beliebtes Verkehrsmittel und erst mal war nichts zu machen. Also zur New Delhi Railwaystation und dort nach einem bestimmten Zug gefragt. Mit Sicherheitshinweisen und den entsprechend notwendigen Notizen mache ich mich auf den Weg, ist gleich bei mir um die Ecke. Im ersten Stock ist das Office fuer "Auswaertige". Ein Raum, der mit vielen Edelstahl- und ein paar zerschlissenen Stoffsofas ausgestattet ist, am Kopfende ungefaehr 6 Schalter, von denen 4 besetzt sind. Ich frage einen anderen Touri wie das funktioniert und erfahre, dass ich ein Blatt ausfuellen muss und mich dann ans Ende der Wartenden setzen muss. Soweit klar. Also rundum in diesem Raum sitzen Leute und immer wenn ein Schalter frei ist, ruecken alle eins weiter. Das haelt fit und sieht lustig aus und dauert auch hoechstens eine stunde. Dann bin ich dran und habe bei den benoetigten Sitzen ordnungsgemaess 1 und Bicycle angegeben. Er meint aber, das koenne ich hier nicht buchen, sondern muesste mit meinem Ticket dann zur Old Delhi Railwaystation und dort zum Paketoffice und das Ticket fuer das Fahrrad buchen. Ich verichere mich mindestens 3x bei ihm, ob das dann auch klappt, nicht dass ich mein Ticket hier kaufen und die sagen aetschbaetsch pech gehabt, wir haben keinen Platz fuers Rad.
Er sichert mir aber zu, dass das klappt und ich gebe den Bahnhof in mein GPS ein. Es geht wieder durch die "liebliche" Gegend und diese Strasse scheint so eine Art Grossmarkt zu sein. Hier werden Wahnsinnsmengen von Guetern, die alle in Stoffsaecken verpackt sind, auf flachen Pritschen gestapelt umhergefahren. Und die duerren Kerle haben ganz schoen zu kaempfen. Viele transportieren auch grosse rote Gasflaschen auf ihren Raedern, das muessen irre Gewichte sein. Hier stehe ich echt im Stau und fuer die ca. 2 km brauche ich eine Ewigkeit, zu Fuss waers auf jeden Fall schneller gegangen.
Dort angekommen gehe ich an einen Getraenkestand und werde erst mal zu einer Flasche Wasser eingeladen. Scheint irgendein Polizist in Zivil zu sein, wir unterhalten uns ein bisschen und er erklaert mir, wo der Parcel Schalter ist. Er ist allerdings da nicht, sondern noch mal 2 Tore weiter. Irgendwann hab ich ihn gefunden. Also diese Halle, wo auch wieder diese ganzen Waren lagern ist der Hammer, man meint ja nicht, dass da jemals irgendwas irgendwo ankommnt. Das muss man gesehen haben. Am Schalter frage ich dann wegen dem Ticket, aber er meint, das koenne ich auch morgen buchen, denn sonst muesste ich mein Rad jetzt da lassen. Das will natuerlich nicht und werde morgen ca. 1 Stunde vor Abfahrt des Zuges da sein.

Draussen stehen ein paar Mopeds, die notduerftig sowas wie Kartoffelsaecke umgebunden haben, ich bin gespannt, wie es meinem Gefaehrt gehen wird, aber kann im Prinzip nichts machen. Wir werden sehen.

Ich besuche nun den RAJ GHAT, einen recht schoenen Park, in dem eine Marmorplatte an Mahatma Gandhi erinnert. Hier sind sehr viele Schulklassen und dauernd heisst es "hello" "how are you" usw. Ganz viele wollen ein Foto, das ich mit meiner Kamera machen soll, aber sie machen auch viele mit ihren Handys. Ich setze mich auf den Rasen und schnell springen zig Jungen um mich herum und wollen noch ein Foto und noch eins. Sie freuen sich wie doll, wenn sie das Bild auf dem Display sehen, aber nuetzen tut es ihnen ja nichts. So geht das eine ganze Weile und irgendwann trolle ich mich und will zum India Gate. Das GPS ist echt eine tolle Sache, ohne waere ich ziemlich aufgeschmissen bzw. muesste halt dauernd auf den Plan schauen. Hier im Regierungsviertel sind die Strassen sehr breit und gut geteert, dafuer fahren auch die Auto's schneller und auf der mehrspurigen Strasse ist es manchmal ganz schoen heikel, sich einzuordnen. Oft genug bleibe ich erst mal am Strassenrand stehen und kreuze dann eher ueber den Zebrastreifen. Auch wenn ich mit Talismaennern wie dem Heiligen Christopherus und dem Onyx fuer eine sichere Fahrt ausgestattet bin, muss ich ja mein Schicksal nicht herausfordern.

Hier am India Gate geht es zu wie in einem Vergnuegungspark. Aller moeglicher Kitsch wird einem angeboten und als sich wieder mal ein paar Jungs fuer mein Rad interessieren fragt einer von denen (sie verkaufen Fotos), ob er es mal ausprobieren kann. Ich lasse ihn fahren und 10 Sekunden spaeter ist er nicht mehr zu sehen. Aber seine Kumpels beruhigen mich, er wuede schon wieder kommen. Da ist er dann auch und ich hab in dem Moment gar nicht dran  gedacht, dass ja mein GPS noch dran ist. Aber da sie das nicht kennen, denken sie es ist ein altmodisches Handy mit Zusatzfunktionen.

Dann machen wir noch ein paar Fotos und ich mache mich auf den Heimweg. Das GPS fuehrt mich wie auf Schienen zum Hotel. Heute abend muss ich noch ein bisschen packen und das wird eine kleine logistische Herausforderung. Aber erst mal gehe ich noch gegenueber in ein Minilokal. wo es wunderbare, echte indische Kueche gibt. Dann noch ein Bierchen auf dem Dach und alles Weitere findet sich.

ES IST HIER ECHT DER HAMMER, DAS KANN MAN SICH NICHT VORSTELLEN, WENN MAN ES NICHT ERLEBT HAT. ALLE ERZAEHLUNGEN KOENNEN DAS NICHT WIEDERGEBEN.

I did it

mann, mann, mann, das war heute ein Tag. Ich rede vom Mittwoch und diese Tastatur macht mich schon wieder wahnsinnig.
Beim Fruehstueck setzt sich ein Typ zu mir, Groesse und Bauchumfang mindestes/hoechstens 1,50. Nachdem wir beide mit Essen und Getraenken versorgt sind, gehts los: er ist hier unterwegs in Umweltmission. Hat ein T-Shirt an, welches er aus Umweltgruenden wahrscheinlich nicht waescht, scheint mal weiss gewesen zu sein, ist ja auch praktisch. Darauf schemenhaft ein Eisbaer auf einer Scholle und entsprechende Texte. Am Halsausschnitt noch 2 passende Sticker und dann steht er extra auf, damit ich noch alles  auf dem Ruecken lesen kann. Er haelt mir leidenschaftliche Vortraege und alle, die mich gut kennen, wissen, wie wohl mir sowas tut(um die Uhrzeit) Er kommt urspruenglich aus Indien, lebt aber jetzt in Toronto und fliegt heute nacht heim.

Heute schwinge ich mich endlich mal aufs Rad, nachdem ich es gestern zusammengebastelt habe und mache mir vorher schon fast in die Hose.Aber irgendwann muss es ja mal sein. GPS ist montiert und los gehts. Natuerlich  auf der Hauptstr., Verkehr wie immer. Ich setze meinen "donttouchblick" auf, den ja jeder hinter der Sonnenbrille gut erkennen kann ;-) und meinen Helm.Weg wird angezeigt, ich stelle aber erst mal nur die kompassanzeige ein und prompt biege ich verkehrt ab. Also kehrt und die Strasse zurueck, die ich aber fahren muss,bis es eine Wendemoeglichkeit gibt. Fuer Fussgaenger gibt es auch zwischendurch mal Moeglichkeiten, aber mit dem Rad wuerden die mir sofort den Vorder- und Hinterreifen absaebeln. Und nur so mit Rahmen ist ja auch bloed. Dann bin ich auf Kurs und es funktioniert hervorragend. Ich kann natuerlich nicht dauernd drauf schauen, aber Abzweigungen erkennt man fruehzeitig.Der Verkehr erfordert mehr als alle 7 Sinne.Staendig faehrt ein Tuktuk vom Strassenrand los oder ein Fahrzeug kommt einem entgegen, es ist der absolute Wahnsinn. Hier sind ja auch die Fussgaenger auf der STrasse, weil der "Buergersteig" mit allem moeglichen anderen besetzt ist. Und auch wenn die anderen einen sehen, was selten genug der Fall ist, heisst das ja noch lange nicht, dass siedeswegen anhalten oder ausweichen. Hier gilt das Recht des Staerkeren, klare Sache.Trotzdem laeuft es ganz gut, man schwimmt so ein bisschen automatisch mit. An einer Bruecke, die ca. 200 m lang ist, haengen auf beiden Seiten grosse weisse Buendel, sieht aus wie Schnuersenkel und ein Typ scheint zu pruefen, ob sie schon trocken sind. Und so ein kleiner Rotzloeffel versucht doch tatsaechlich mich zu schubsen. Hat aber nicht geklappt, aetsch.......Dann komme ich an eine Riesenkreuzung, die ich gerade aus ueberqueren muss. Auch das klappt gut, ich haenge mich einfach irgendwo an, ist aehnlich, wie als Fussgaenger: Chance sehen und nutzen, hahaha. So aehnlich jedenfalls, aber man darf wirklich nicht zoegerlich sein.
Es geht durch schmalere Strassen mit mehr Verkehr. Wenn ich mal 10 m am Stueck fahren kann, ist das schon was.Einen Rueckspiegel braucht man nicht, der ist sogar eher gefaehrlich, Wenn es hinter einem hupt, kommt jemand, wenn es ruhig ist, kann man ausscheren und haltende Fahrzeuge ueberholen. Sehr zuverlaessig. Wenn man in den Rueckspiegel schauen wuerde, koennte in dem moment jemand vor einem irgendwo rauskommen.
Meine Klingel ist bei dem Laerm natuerlich ein Witz, aber ich nutze sie dennoch haeufig. Muss mir unbedingt noch eine Trillerpfeife zulegen.Es geht jetzt durch eine Art Metallwarenviertel und die Atmosphaere ist etwas eigentuemlich. Nur Maenner und die in Massen, die meisten davon gerade nicht beschaeftigt. Das einzige, was ich hier denke, dass ich hier nicht bei Nacht durchfahren will.
Dann bin ich bei der Jamia Masjid angelangt und schliesse mein Fahrrad direkt neben dem Polizeiauto ab.

Ein beeindruckendes Bauwerk von Shah Jahan, der auch das Taj Mahal errichtet hat, sein Hobby war die Architektur. Die Moschee liegt auf einem Felsen und man hat einen guten Rundumblick. Gleich bekomme ich auch ein todschickes Maentelchen uebergehaengt und natuerlich zieht man die Schuhe aus. In Anbetracht der vielen Tauben lass ich allerdings die Socken an. Nach einem ausgiebigen Rundgang und vielen Fotos steht doch tatsaechlich mein Rad noch da. Als ich weiter fahre,meint einer nur " oh my god".
2 Ecken weiter besuche ich das maechtige Rote Fort. Ich muss durch eine Metallschleuse und will mein Rad anbinden,aber die Lady meint nur, hier sei "no parking" ich muss mit dem Officer sprechen und der meint nur : why not? Ich soll es aber abschliessen, danke fuer den Tipp. Also, da wird er ja wohl ein Auge drauf haben. Ueber den grossen Platz gehts zum Ticketschalter und dann noch einmal durch die Security. Sie ueberpreuft alles sehr genau, was ich so in der Tasche habe, Sonnenbrillenetui, GPS oooooooooooh. Dann faellt mir siedendheiss ein,dass ich einer Aussentasche mein Messer habe und sehe mich schon mit Handschellen abgefuehrt,aber das findet sie nicht, aetsch.....

Die Anlage ist sehr beeindruckend, hat aber auch der Zeit schon ihren Tribut zollen muessen. Auch hier sind die grosse Mehrzahl der Touristen Inder. Einige Frauen gehen an mir vorbei, gruessen und ruckzuck sind einige Fotos im Kasten auf beiden Seiten. Auch draussen haben ein paar Kerle versucht, mich heimlich abzulichten und als ich es lachend bemerke, sind sie ganz verlegen und duerfen na klar noch ein offiezielles Foto machen. Mach ich ja schliesslich genauso.

Der Jain Tempel gegenueber ist leider ab 12 fuer Fremde geschlossen. Dort ist auch ein Vogelkrankenhaus, welches ich gern besichtigt haette. Ich fahre die grosse Einkaufstr weiter und bin permanent unter den Blicken der Bevoelkerung. Eigentlich will ich mal ein bisschen schauen, aber mit dem Rad entlang der Geschaefte geht nicht, weil es zu eng ist, man faehrt staendig jemanden an. Ab und zu binde ich es draussen an und gehe ein paar Meter, als ich zurueck komme, stehen 6 Kerle drumherum und begutachten alles vom Reifen bis zur Klingel. Wir quatschen ein bisschen und mein Rad ist natuerlich auf 200Euro abgewertet.

Hier ist ein Wahnsinnsgetuemmel und selbst als Radfahrer steht man hier im Stau.Es gibt hier massenhaft Laeden und ganz viele bieten ja das Gleiche an und alle scheinen davon zu leben. Dann sehe ich eine Garkueche und bestelle was,was bei den anderen gut aussieht und auch super lecker schmeckt Es ist vegetarisch, ein Baellchen und Reis mit viel gelber Sosse. Kostet umgerechnet 15 cent oder so.Weiter gehts und in der naechsten Garkueche gibt es nach hinten ein paar Sitzplaetze und ich lasse mich nieder. BEstelle etwas und bekomme eine Art Eis (gelb) mit was anderem spaghettiartigem Gefrorenem. Gleich gehen mir wieder alle Warnungen durch den Sinn, aber ich esse es trotzdem tapfer auf. Schmeckt ja auch lecker.

Dann komme ich zu einem historischen SikhTempel, in dem mir eine Fuehrung angeboten wird. Schuhe aus, Kopftuch umgebunden und wir landen prompt waehrend eines Gebets im Allerheiligsten. Stellen uns an den Rand und warten ab. Im grossen Raum haengen 3 grosse Kristalluester und ca. 50 Fassungen, aus denen nur die Strippen haengen. Er erklaert mir, dass unter dem goldenen BAldachin das heiligste Buch der Sikhs liegt. Wir gehen weiter und kommen in einen kahlen Raum, in dem lediglich ein Mann in einem riesengrossen Kessel etwas umruehrt, es riecht nach Karamell und ich kann es spaeter auch probieren. Im naechsten Raum stehen mehrere grosse Kessel und auf der Erde sitzen Frauen, die Teigbaellchen formen, die dann in einer Maschine zu Fladen geformt werden. Dann gehen wir in einen grossen Saal, indem iin ca.6 Reihen Menschen sitzen, die hier essen.Jeder, egal welcher Religion oder welchen Standes ist hier eingeladen, kostenlos ein Essen zu bekommen, ich werde auch gebeten, Platz zu nehmen, aber ich hatte ja gerade was und lehne dankend ab. Wenn ich es richtig verstanden habe, essen hier taeglich bis zu 2500 personen. Finanziert wird das ausschliesslich aus Spenden. Wirklich sehr beeindruckend.

Dann gebe ich mal wieder mein Hotel als Zieladresse ein und komme durch Gegenden, da wuerden einige, die ich kenne, hoechstens mit der gepanzerten Limousine durchfahren und das vielleicht nicht mal.
Schon bin ich wieder "daheim" und besorge mir zur Belohnung eine Flasche Rotwein im BEER&WINESHOP.

I SURVIVED - Ich habs echt ueberlebt !!!

Heute entscheide ich mich aber auch, die meisten Strecken mit dem Zug zurueck zu legen: es kostet einfach zu viel Zeit, die ich ja letztlich doch nicht habe und ich will nicht die meiste Zeit meines Urlaubs auf staubigen und gefaehrlichen Pisten zubringen,sondern lieber ein bisschen mehr von diesen aufregenden, spannenden, unglaublichen Orten sehen. Fortsetzung folgt.




Mittwoch, 8. Februar 2012

Noch nicht so ganz da

Trotz Laerm im und vor dem Haus schlafe ich recht gut und komme morgens kaum zu mir. Ist wohl noch der Jetlag. Das Fruehstuecksbuffet ist o.k. mit frischem Obst, Toast, etwas suessem, dass irgendeine Chemiemarmelade ist und sowas wie Butter. Das Restaurant ist wirklich schoen eingerichtet und ich kann beim Fruestuecken die Menschen auf der Strasse beobachten. Es ist schon rel. spaet bis ich soweit bin, dass ich aus dem Haus kann und ich beschliesse mich auf den Weg nach Karol Bagh, einem Einkaufsviertel zu machen. Unterwegs biege ich mal ab und finde auch irgendwann einen kleinen Laden, in dem ich mir ein neues Handy kaufe. Das geht soweit reibungslos, kostet nur Zeit, aber egal, heute will ich eh nichts Besonderes machen bzw. ich habe noch kein Ziel.
Als ich dann im Laden nach der Richtung von Karol Bagh frage, meint er, das seien so 2-3 km und ich koennte ja den Bus nehmen. Als ich sage, dass ich laufen will, meint er ob ich dazu in der Lage bin, HALLO??? Allerdings ist der Spaziergang nicht wirklich schoen, denn es ist einfach immer sehr laut und Smog haengt in der Luft, also nichts beschauliches. Es zieht sich tatsaechlich.

Einmal biege ich wieder ab und komme zu einem Tempel, vor dem sich eine unendlich scheinende Schlange von Glaeubigen bildet, die alle Tempel/ Opfergaben bereit halten. Die Frauen sind sehr schoen angezogen mit ihren Saris und geschminkt und sie schauen genauso verstohlen zu mir, wie ich zu ihnen. Dann ganz nett: 2 Schuljungen "hello madam" und reichen mir die Hand und fordern mich im selben Atemzug auf, ein Foto von ihnen zu machen. Das lass ich mir ja nicht 2x sagen und sie freuen sich, als sie es auf  der Kamera anschauen koennen.
Aber irgendwann bin ich bei den vielen Laeden und es faellt auf, dass es hier extrem viele Sari bzw. Stoffgeschaefte gibt. Am Rand im Laden stehen immer flache Sitze, auf denen geduldig die Verkaeufer auf Kunden warten.
Ich schleiche so durchs Getuemmel und da ich durch die vorhandene schlechte Luft soviel Wasser trinke, muss ich auch irgendwann mal aufs Klo. Also ein Lokal gesucht, ansonsten haette ich auch gerne mal was an der Strasse gegessen. Esse hier meinen ersten Dosa Masala mit Messer und Gabel und werde wieder dementsprechend beaeugt. Zu drollig. Das ist ein riesiger, duenner zusammengefalteter Pfannkuchen, der zur Haelfte mit Zwiebeln und zur Haelfte mit Gemuese gefuellt ist. Sehr lecker, dazu gibt es 2 Sossen, eine Joghurt, die andere rel. scharf.

Ansonsten laufe ich die Strasse hoch und biege immer mal in eine Seitengasse ein, aber so richtig lacht mich nichts an. Lediglich ein paar Flipflops kaufe ich. Liegt vielleicht auch an dem grauen Himmel.
Hier gibt es natuerlich auch Bettler und einer ohne Haende ist auch dabei, aber ich bin ueberzeugt, wenn ich nur nach meinem Geld greifen wuerde, haette ich gleich mindestens 10 um mich rum stehen.


Ich koennte jeden Tag hunderte Bilder machen, aber selbstverstaendlich fotografiere ich nicht die Menschen in ihrem Elend. Ab und zu mache ich ein paar Bilder quasi " aus der Huefte" und hoffe, dass da das eine oder andere interessante dabei ist.

So ganz richtig bin ich noch nicht ueberzeugt, wie alles finde, aber wie ich jetzt weiss, aendert sich das morgen -:)))

Irgendwann mache ich mich wieder auf den Rueckweg und wuerde schon ganz gerne fahren, aber ich hab keine Lust auf die Feilscherei mit den jeweiligen Fahrern. Also laufe ich wieder und trinke noch ein paar Bierchen auf dem Dach des Hotels.

Der naechste Bericht wird deutlich spannender, aber das geht nur, wenn ich mal eine gescheite Tastatur finde, bei der nicht die wichtigsten Buchstaben haengen bleiben, wie das e, das macht naemlich keinen Spass.